Kein High-Speed-Internet in Dörfern

Das Leben auf dem Dorf ist beschaulich – allerdings in Gemeinden wie Hofbieber, Waldstetten oder Seht gezwungenermaßen. Denn obwohl der Wunsch nach DSL-Verbindungen groß ist, ist die Versorgung in ländlichen Gebieten mit dem High-Speed-Internet sehr überschaubar.

So kann die dörfliche Internetverbindung auch nicht als Datenautobahn gelten – noch nicht mal der Begriff Landstraße wäre angemessen. So wartet Marcus Schafft, Bürgermeister der osthessischen Gemeinde Hofbieber, bei beim Googeln mehr als eine Minute auf einen Treffer. Einen Clip auf YouTube kann er nur gucken, wenn er in die nächstgrößere Stadt fährt.

Um mit DSL-Geschwindigkeit Surfen zu können, muss in der Nähe ein Glasfaser-Knotenpunkt vorhanden sein. Die liegen hauptsächlich in der Umgebung großer Städte. Ein paar Kilometer von den Knotenpunkten entfehrnt, kann die Verbindung schon wieder langsam sein.

Für eine Verlegung von neuen, DSL-fähigen Kabeln verlangt die Telekom nicht selten mehrere hundertausend Euro – für die meisten Gemeinden ist das nicht zu tragen.

Auch dem Örtchen Waldstetten erging es so. Aber die Gemeinde gab nicht auf: Die Bewohner beschlossen kurzerhand, die Leitungen selbst zu verlegen. 90.000 Euro konnten so gespart werden. Von soviel Engagement beeindruckt, machte die Telekom das Angebot, den Restbetrag von 110.000 Euro zu übernehmen. Voraussetzung war, dass 115 DSL-Verträge abgeschlossen würden. Bisher sind es 90 – die ersehnte schnelle Highspeed-Verbindung liegt also in greifbarer Nähe.

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